U-Verlagerung Richard 1, Richard 2 und Richard 3

 

Richard I

 

Stollenplan Richard Iin der Kalkgrube der Leitmeritzer Kalk- und Ziegelwerke A.G. bei Leitmeritz

(Litoměřice, Tschechische Republik)  wo seit etwa 1908 Kalk gewonnen wurde, entstand gegen Ende des Krieges wie Vielerorts eine untertägige Rüstungsproduktion.

 

Das Projekt erhilt den besonderen Deckname "Richard I", der nicht zu dem sonst gebräuchligen Bezeichnungsschema passte, da diese U-Verlagerung das einzige B-Projekt (B5) bei diesen Maßnahmen war. Vorgesehen war Richard 1 für die Elsabe AG Leitmeritz, eine Deckfirma der Auto Union Chemnitz. Das vorgesehene unterirdische Gesamtobjekt mit einer Fläche von ca. 60.000 m² war bis Ende März 1945 zu 1/4 ausgebaut, verfügte über zwei Stollenmundlöcher und einen Wetterschacht.
Einer der beiden Hauptstollen verfügte über einen Gleisanschluss der sich durch das ganze Stollensystem zog und von dem man heute noch Reste vorfindet.

 

Gefangenen eines Außenlagers des KZ Flossenbürg mussten in der Untertagefabrick Maybach-Panzermotoren des Typs HL 230 montieren.  Die Elsabe AG hatte bis Ende Oktober 1944 ca. 2.000 m² bezogen und hochwertige Maschinen zur Panzermotorenherstellung aufgestellt und in Betrieb genommen.

 

Richard II

 

Stollenplan Richard IIDer Bereich Richard II war für die Osram GmbH Berlin vorgesehen. Das Objekt sollte eine Endausbaufläche von 15.000 m² haben und war bis Ende März 1945 bis auf einzelne Räume noch nicht fertig gestellt. Es existierte bereits der Verbindungsquerschlag zu Richard I und ein Stollenmundloch war fertiggestellt. Die Abteufarbeiten für den Wetterschacht waren noch nicht abgeschlossen und somit war das Objekt von Osram auch noch nicht bezogen.

 

 

 

Die Produktivität der unterirdischen Fabrick war gering, denn die Gefangenen waren unterernährt und schwach.

Die Zwangsarbeiter waren alle aus Außenlagen des KZ Flossenbürg. Ca. 18.000 Häftlinge wurden zur Errichtung der unterirdischen Anlagen gezwungen. Die Opfer durch die schwere Arbeit und die wiedrigen Bedingungen waren so zahlreich, dass ein eigenes Krematorium gebaut wurde, zeitweise wurde auch noch zusätzlich im KZ Theresienstadt eingeäschert. Das Krematorium blieb bis heute unverändert und kann als Gedenkstätte besucht werden.

 

Obwohl das Lager nur 1944 in Betrieb war, sind nach Schätzungen 4300 Zwangsarbeiter getötet worden, 3200 Tote lassen sich nachweisen. Der ehemaligen Lagerführer, SS-Hauptscharführer Karl Opitz, wurd nach dem Krieg 1946 durch ein außerordentliches Volksgericht in Leitmeritz  zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt.

 

Richard III

 

Stollenplan Richard IIITeile von Richard II und III sowie ein kleiner Teil von Richard I werden heute von der Tschechischen Republik als Lagerstätte für schwach radioaktive Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung (sogenannte institutionelle Abfälle) und Betriebsabfälle aus Kernkraftwerken genutzt.

 

Für die institutionellen Abfälle sind noch zwei Endlager in Betrieb: die Anlage Richard zur Endlagerung von Abfällen mit künstlich erzeugten Radionukliden und die Anlage Bratrství Jáchymov für Abfälle mit natürlichen Radionukliden, d. h. Nukliden aus den Uran- und Thoriumzerfallsreihen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesamtstollenplan Richard I - III

 

Warnhinweis!

 

Wir weisen mit Nachdruck ausdrücklich darauf hin, dass dieses Objekt bezüglich des gesamten Stollensystemes im Bereich von Richard I sowie Altbergbau sehr instabil und brüchig ist! Eine Befahrung dieses Objektes ist deshalb hoch riskant!

Es gibt an vielen Stellen des Stollensystems meterhohe Verbrüche, die stellenweise die einstige Stollensohle bis zu 7 Meter überdecken.

 

Besonders im ehemaligen Hauptstollen kommt man schon nach wenigen Metern an zwei Verbrüche, die uns dazu bewogen haben, nicht über den Hauptstollen weiter vorzudringen, sondern uns auf die Bereiche der Nebenstollen zu konzentrieren.
Über die Nebenstollen ist es auch möglich diese extremen Verbrüche zu umgehen, allerdings wenn man sich nicht orientieren kann besteht die zusätzliche Gefahr des Verirrens.

Der Stollenplan ist durch die vielen Verbrüche auch nicht als Orientierungshilfe nutzbar und es sieht im gesamten Stollensystem an vielen Stellen ziemlich gleich aus.
 

Insgesamt also ein hochsensibles Objekt bez. der Gefahrenquellen, dass man nur befahren sollte, wenn man sich 100% bewusst ist das man sich definitiv in Lebensgefahr begibt. Selbst die besten Erfahrungen untertage schützen nicht vor Verschütten und Steinschlag, deshalb sollte man dieses Objekt auch nur noch im Ausnahmefall befahren!

 

Bilderalbum

Bildergalerie

 


 

 

Videozusammenschnitt der Befahrung

 

 

 

Text & Bilder by "Bunkerbär"

ZurückZur Übersicht

Impressum                [ © 2020 Geheime-Welten e.V ] [ Seite zuletzt geändert am: 09.11.2017, von Webadmin ]