U-Verlagerung Zechstein


Auch dieses unterirdische Rüstungsprojekt entstand aufgrund der Erklärung Hitlers 1941 bezüglich der Verbesserung der bombensicheren Rüstungsproduktion. 1942 wurden die Gebäude der Preidel Fabriken, in denen eine Spinnerei für Textilherstellung untergebracht war, durch die Wehrmacht konfisziert.


Davor waren dort im Jahr 1940 Wolhyniendeutsche untergebrachte, die aus der Sowjetunion ausgesiedelt wurden. Im September 1940  kaufte die Vereinigte Färbereien AG in Wien die Fabriken auf. Das Unternehmen nahm auch die Produktion der Spinnerei wieder auf, doch bereits im Dezember 1941 wurden alle drei Spinnereien wieder stillgelegt.


Fabrikgebäude

 

Nach der Konfiszierung durch die Wehrmacht wurde das Arial der Firma Weserflugzeugbau GmbH Bremen ( WFG ) zugeteilt, deren Fabriken bei Angriffen von britischen Bombereinheiten komplett zerstört wurden. Die Weserflugzeugbau GmbH sollte dort weiter Flugzeugteile und Waffen produzieren, unter anderem Komponenten für die Junkers JU 87 “STUKA“.
Das Stammpersonal der WFG wurde 1943 verlegt und nahm die Rüstungsproduktion in den oberirdischen Gebäuden der ehemaligen Spinnerei vorerst wieder auf!


Im Spätsommer 1944 legte das geologische Institut von Reichenberg die ersten Ergebnisse der Untersuchungen der vorgesehenen untertägigen Verlagerungsbereiche vor. Nach deren Auswertung entschied die Firma WFG, die unterirdischen Räume zu bauen und ihre Rüstungsproduktion dorthin zu verlagern.


Stollen

 

Es wurden neue Stollen unter dem Decknamen “Zechstein“ aufgefahren und in die Zonen, “Werk“ A, B, C, und E unterteilt. Bis zum Mai 1945 entstanden somit Stollen und Räume von rund 17.500 m² Fläche, die ursprünglich geplanten 80.000 m² wurden bedingt durch den Kriegsverlauf auch bei diesem Verlagerungsprojekt nie fertiggestellt!
Für die Unterbringung von Arbeitskräften und Zwangsarbeitern entstanden umliegend 30 Arbeitslager. Für sowjetische und angloamerikanische Kriegsgefangene wurden zwei eigene Gefangenenlager errichtet. Durch den zunehmenden Bedarf an Arbeitskräften wurde im Jahr 1944 ein neues Außenlager des KZ Flossenbürg für 700 Gefangene eingerichtet. Insgesamt waren in den Lagerkomplexen rund um das Verlagerungsprojekt 6000 Menschen aus 18 Ländern untergebracht.

 

 

Nach Kriegsende 1945 viel alles wieder zurück an die Tschechoslowakei und die dort ansässigen deutschen Bewohner wurden vertrieben, die Maschinen und Anlagenteile wurden demontiert und abtransportiert. In den Gebäuden der Spinnerei wurde ein Sammellager für Sudetendeutsche eingerichtet, das bis 1946 bestand.
In den Jahren 1947 – 1951 wurden Lebensmittel in Teilen der Stollen eingelagert, bis die kompletten Stollen der Werke A,B,C zwischen 1952 und 1953 zu Lagerstätten für Pioniermunition der Tschechoslowakischen Armee ausgebaut wurden.


Tank

 

Die Stollen des Werke´s H wurden ab 1957 zum Treibstofflager der ZGSS (Zentralgruppe Sowjetischer Streitkräfte) umgebaut und dieses hatte zur Fertigstellung 1962 eine Kapazität von 7,5 Mio Liter, verteilt auf 12 untertägige Lagertanks. Dieses wurde nach dem Abzug der Truppen von einer tschechischen Ölgesellschaft übernommen und es gab Pläne zur Modernisierung, welche aber nicht realisiert wurden und das Treibstofflager somit aufgebeben wurde. Zehn der unterirdischen Tanks wurden zerlegt und ausgebaut, ein Tank ist noch komplett erhalten und bei dem zweiten wurde nur die Stirnseite entfernt.

 

Bei den Demontagearbeiten brannte die Isolierschicht aus Teer durch Zerschneiden mit Trennscheiben und Schweißbrenner, deswegen sind die Stollenwände durchwegs rußgeschwärzt in diesen Bereichen.


Seit dem Jahr 2002 wird im Werk C ein privates Museum von einem geschichtsbegeisterten Tschechen betrieben, das man über eine vorherige Anmeldung ganzjährig besichtigen kann! Die Stollen des Werke´s A und B stehen heute völlig leer.

Bombenattrappe

 

Im Stollenbereich Werk B wurden allerdings Teile der ZDF Doku “Auf der Suche nach Hitlers Atombombe“ gedreht. Teile der Requisiten stehen immer noch Vorort, die eigentliche Bombenattrappe, die bei unserer Befahrung noch vorhanden war, wurde laut aktuellen Bildern der Örtlichkeit leider entfernt.

 

 

 

 

 

 

 

Zugang U-Verlagerung

Bildergalerie

 

Text & Bilder by "Bunkerbär"

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