Warnamt X

 

In der Bundesrepublik Deutschland gab es 10 Warnämter , diese waren bis Mitte der 90ziger Jahre mit der Warnung und Alarmierung der Bevölkerung vor Gefahren im Frieden und Verteidigungsfall beauftragt. Sie hatten keine militärische Funktion, sondern waren Teil des Zivilschutzes.


Unterstellt waren die Warämter dem Bundesamt für Zivilschutz und fielen somit in die Zuständigkeit des Bundesministers des Innern. Man konnte als freiwilliger Helfer beim Warndienst tätig werden. Eine längere Verpflichtungszeit wurde auch als Wehrersatzdienst zu Zeiten der aktiven Wehrpflicht angerechnet. Die Einsatzpersonalstärke im Alarmfall jedes Waramtes betrug bis zu 120 Personen.

 

WasserversorgungDie 10 Warnämter wurden 1957 bis 1958, auf Grund der immer bedrohlicher wirkenden Zeichen des Kalten Krieges ins Leben gerufen. Vor der Gründung, nach Ende des Zweiten Weltkrieges, war der Bundesluftschutzverband bzw. der Warn- und Alarmdienst des Luftschutzhilfsdienstes damit betraut. Zu Beginn wurde der Dienst in herkömmlichen Gebäuden verrichtet bis zur Fertigstellung der verbunkerten Anlagen. Diese gehörten mit einer Decken und Wandstärke von 3,5 Metern und einer Schutzbelüftung gegen C und B Waffen, der höchsten Schutzklasse an.
Die Bunkeranlagen der Warnämter waren nur tagsüber mit einem festen Personalstamm besetzt, nachts war nur ein Breitschaftshabender Vorort der im Alarmfall die restlichen Mitarbeiter alarmieren musste. Der verbunkerte Bereich waren jeweils gleichartig aufgebaut und ermöglichte dem Einsatzpersonal im Alarmfall einen autharken Aufenthalt, von bis zu 30 Tagen, ohne fremde Versorgung von Aussen.

 

Die ebenfalls zu Beginn definierten Gefahren waren nur militärische Art, wie Luftangriffe, Fernwaffenbeschuss, sowie Angriffe mit ABC-Waffen. Die Warnämter waren an ein deutschlandweites Messnetz mit über rund 1.500 Messstellen angeschlossen. Gemessen wurde hier unter anderem die Umweltradioaktivität. Nach dem Schließen der Warnämter wurde dieses Messnetz im Juli 1997 an das Bundesamt für Strahlenschutz übergeben und wird von diesem weiterhin unterhalten.
Während der aktiven Dienstzeit der Warnämter wurde der Aufgabenbereich dann auch auf zivile Bedrohungen (Schadstoffaustritt und ähnliches) der Bevölkerung ausgeweitet. Es konnte zentral Feuer oder auch Katastrophenalarm ausgelöst werden. Dazu wurden auch neue Sirenensignale geschaffen.

 

Vermittlungsstelle Verbindungen

 

Außer der Sirenenalarmierung verfügten die Warnämter über ein Telekommunikationsnetz mit Rundspruchstellen, das die Kommunikation mit den anderen Warnämtern, Rundfunk, sowie weiterer ca. 12.000 angeschlossener “Warnstellen“ im In- und Ausland.

 

 

 

 

 

Des weiteren verfügte jedes der 10 Warnämter seit den 1990 Jahren, über allradgetriebenes Messfahrzeuge! Diese waren mit elektrisch gekühlten Germanium-Halbleiterdetektoren ausgerüstet. Der Detektor war fest in das Fahrzeug eingebaut und wurde mechanisch nach hinten aus dem Fahrzeug herausgefahren. Die Kühlung des Germanium-Halbleiterdetektors erfolgte unter verwendung eines Kryogenerators, mit dem Minus-Temperaturen im Bereich von flüssigem Stickstoff erzeugen werden konnten. Die Stromversorgung erfolgte mit einem 5 kW Generator, der ebenfalls in den Fahrzeugen verbaut war.

 

Speziell die Gammastrahlung des Bodens unter dem Detektor wurde mit horizontal angebrachte Bleiringe um den Kristall gemessen. Über einen angeschlossenen Vielkanalanalysator, der 4000 Kanäle auflösen konnte, wurde die Starhlung und die Messwerte weiter ausgewertet. Somit hatte man die Möglichkeit, das Spektrum der Gammastrahlung mobil zu messen. Mit einer Nuklidbibliothek, die 60 Radionuklide, davon 36 Spaltprodukte, 17 Aktivierungsprodukte und 7 natürliche Gammastrahler beinhattete, konnten die einzelnen Nuklide identifiziert werden! Beim Auftreten einer radioaktiven Kontamination, bestand somit die Möglichkeit die Nuklide vor Ort schnell und präzise zu bestimmen und entsprechende Schutz- bzw. Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen
Die Fahrzeuge wurden nach der Ausserdienststellung der Warnämter an das Bundesamt für Strahlenschutz übergeben, heute besitzt jeder der sechs Messnetzknoten des ODL-Messnetzes ein modernes Fahrzeug dieser Art.

 

Nach Fall des Eisernen Vorhanges und Beendigung des kalten Krieges, Ende der 90ziger Jahre wurden die Ämter komplett aufgelöst. Die hauptamtlichen Mitarbeiter wurden in das Bundesamt für Zivilschutz integriert.

Die Warnämter befanden sich alle an abgelegenen Orten und waren mit einem Sicherheitszaun umgeben. Im inneren dieser Umzäunung befanden sich verschiedene Gebäude, ein Funkmast, ein Löschwasserreservoir, sowie der eigentliche Schutzbunker.

Heute befindet sich ein Teil dieser Liegenschaften in Privatbesitz, oder wird von Bundespolizei, THW oder ähnlichen Institutionen als Übungsgelände genutzt.

 

Warnämter BRDDie Warnämter hatten ihren Stadort bei:

 

I. Hohenwestedt
II. Bassum
III. Rodenberg
IV. Meinerzhagen
V. Welz (Linnich)
VI. Butzbach-Bodenrod
VII. Bad Kreuznach
VIII. Rottenburg/Neckar
IX. Ansbach-Claffheim
X. Pähl

 

 

 

 

Warnamt X

Bildergalerie

 

Text & Bilder by "Bunkerbär"

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